Therapien
Bei den Behandlungsmöglichkeiten der Multiplen Sklerose kann man schulmedizinische von alternativmedizinischen bzw. ursachenorientierte von symptomorientierten therapeutischen Ansätzen abgrenzen.
Nach schulmedizinischen Geplogenheiten wird eine akute neurologische Verschlechterung, wenn diese sich in behindernden oder schmerzhaften Symptomen manifestiert, mit intravenös verabreichten, hochdosierten Kortikosteroiden über 5 bis 7 Tage behandelt. Bei aktivem oder sehr aktivem Krankheitsverlauf besteht die Möglichkeit, auf eine immunmodulatorische Prophylaxe mit Beta-Interferonen (Avonex, Betaferon, Rebif) oder Glatiramerzetat (Copaxone) zurückzugreifen, Zytostatika (Mitoxantron, Endoxan) eizusetzen oder eine Blutwäsche zur Entfernung von Autoantikörpern (Plasmapherese) durchführen zu lassen. In Einzelfällen kann die intravenöse Gabe von Immunglobulinen (Octagam, Intraglobin F etc.) angebracht sein. In Zukunft werden vielleicht Medikament wie Rapamune, Lovastatin oder Antegren als medikamentöse Prophylaxe zur Verfügung stehen. Zu den Stützpfeilern der schulmdizinischen Behandlung gehören auch die Physio- bzw. Ergotherapie, mit deren Hilfe pathologische Gangmuster korrigiert, feine Bewegungen wieder erlernt, Schmerzen und Spastik verringert und die allgemeine Ausdauer erhöht werden können. Bei Sprachstörungen können logopädische Behandlungstechniken, bei spastischen Tonuserhöhungen (insbesondere bei solchen in den Beinen) hippotherapeutische Behandlungsformen eingesetzt werden. Müdigkeit wird medikamentös mit PK-Merz oder Modafinil behandelt, Spastik mit Lioresal oder Sirdalud, Harninkontinenz mit Detrusitol und anderen Präparaten. Zur Behandlung neuralgiformer Schmerzen im Gesicht oder in den Beinen können Präparate wie Neurontin oder Tegretol eingesetzt werden. Bei Depressionen können je nach Problemlage Tryptizol, Tresleen oder Seroxat bzw. verschiedene pschotherapeutischen Zugänge helfen.
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