Multiple Sklerose – Anzeichen, Verlauf, Untersuchungen

Ratgeber Multiple Sklerose – Was ist das für eine Erkrankung?

Die Erkrankung Multiple Sklerose haben die meisten Menschen schon einmal gehört, aber vielen ist nicht geläufig, was sich dahinter eigentlich verbirgt. Grundsätzlich wird die Erkrankung Multiple Sklerose häufig durch das Kürzel MS abgekürzt. Sie kann sehr unterschiedlich verlaufen und kommt meist in Schüben. Es handelt sich dabei um eine entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, kurz ZNS.

Grundsätzlich ist MS zwar eine bekannte Erkrankung, jedoch gibt es noch viele offene Fragen, so dass an der Erkrankung geforscht wird. Wie die Krankheit verläuft und welche Beschwerden auftreten, ist je nach Patienten sehr unterschiedlich. Es gibt kaum die Möglichkeit, eine Beschreibung der Erkrankung zu formulieren, die allgemein gültig ist und die auf jeden Patienten zutrifft. Die Erkrankung MS kann sehr unterschiedlich auftreten und auch die Therapien helfen den betroffenen unterschiedlich stark.

Fakt: Multiple Sklerose wird häufig falsch eingeschätzt

Die Erkrankung MS wird häufig falsch eingeschätzt, bzw. in der Bevölkerung herrscht ein falsches Bild zu der Erkrankung. Es ist möglich, dass diese Erkrankung dazu führt, dass ein Mensch irgendwann im Rollstuhl sitzt und der Körper weiter abbaut. Dies muss jedoch absolut nicht der Fall sein.

Die Erkrankung ist nicht zwangsläufig tödlich und nicht in jedem Fall führt MS dazu, dass man seinen Lebensabend im Rollstuhl verbringt. Anzumerken ist, dass die Erkrankung auf keinen Fall ansteckend ist. Ebenso ist zu erwähnen, dass es sich nicht um eine Erkrankung handelt, bei der ein Muskelschwund auftritt. Die Psyche der Patientinnen und Patienten ist in der Regel auch nicht von der Erkrankung betroffen.

  • Nicht jeder Betroffene sitzt im Rollstuhl
  • Die Erkrankung ist nicht ansteckend
  • Die Muskulatur muss nicht abbauen
  • Es ist keine psychische Erkrankung

Die Vorurteile im Bereich MS sind sehr groß und leider auch sehr stark verbreitet.

Es ist jedoch nicht richtig, dass jede Erkrankung dieser Art gleich verläuft. Daher sollte darauf geachtet werden, sich individuell und unabhängig zu informieren

(Quelle: https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/was-ist-ms/).

Wie häufig kommt die Erkrankung Multiple Sklerose vor?

Es gibt Schätzungen darüber, wie viele Menschen weltweit von der Erkrankung MS betroffen sind. Die Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 2,5 Millionen Betroffene weltweit leben.

Dabei ist anzumerken, dass etwa 12.500 betroffene Menschen in Österreich leben (Quelle: http://www.oemsg.at/multiple-sklerose/).

In Deutschland liegt die Zahl der MS erkrankten Personen bei etwa 200.000.

In Österreich geht man davon aus, dass es etwa 400 neue Erkrankungen jedes Jahr gibt.

In Deutschland liegt die Zahl der Neuerkrankungen bei etwa 2.500 Menschen. Die Erkrankung wird in vielen Fällen zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr festgestellt. Es gibt auch Kinder, die in jungen Jahren an MS erkranken, jedoch sind diese Fälle besonders selten.

Was passiert im Körper bei der multiplen Sklerose?

Die Erkrankung MS ist wie bereits geschrieben eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Vom Gehirn aus werden über das Rückenmark Signale und Handlungen an den Körper gesendet.

Die Nerven sind in diesem Fall die Datenbahnen, über die die Signale versendet werden. Dabei werden die Nervenfasern durch Myelin geschützt. Sollte es in den Nervenfasern zu einer Entzündung in diesem Segment kommen, führt dies dazu, dass Fehler beim Senden der Botschaften entstehen und der Körper z.B. eine fehlerhafte Wahrnehmung verspürt.

In der Praxis zeigt sich dies meist dadurch, dass zum Beispiel Probleme im Bewegungsablauf auftreten. Das bedeutet konkret, dass der Körper bestimmte Funktionen nicht mehr so ausführt, wie es vor der Erkrankung der Fall gewesen ist.

Gerade beim Gehen oder beim Bewegen der Arme kann es zu Problemen kommen. Je nach Patienten sind unterschiedliche Bereiche und Abläufe im Körper davon betroffen. Es ist zum Beispiel auch bekannt, dass einige Betroffene Probleme mit der Sehfunktion entwickeln.

Die Erkrankung MS tritt in der Regel schleichend auf. Kleinigkeiten im Alltag im Bewegungsablauf funktionieren nicht mehr wie gewünscht, Probleme und Fehler beim Greifen, Festhalten oder Gehen können auftreten.

  • Transfer über die Nervenbahnen wird durch Entzündungen gestört
  • Störungen im Empfinden über die Haut möglich
  • Störungen im Bewegungsablauf möglich
  • Störungen von Sprache und Sehfähigkeiten möglich

Die Symptome, die auftreten können sehr unterschiedlich sein. Es ist möglich, dass neben den motorischen Störungen auch z.B. Störungen im Sehfeld auftreten können.

Ein verschwommener Blick oder Störungen im Empfinden über die Haut können auftreten. Auch undeutliches Sprechen oder kleinere Lähmungserscheinungen können als Zeichen für eine beginnende multiple Sklerose gedeutet werden. Probleme mit der Harnblase oder beim Wasser lassen können ebenfalls auftreten, wenn dier Erkrankung MS entsteht.

Letztendlich ist es zwingend erforderlich, einen Arzt aufzusuchen, wenn die entsprechenden Muster auftreten und vor allem dann, wenn sie häufiger auftreten.

In der Regel treten die Erscheinungsmuster der Erkrankungen vor allem dann auf, wenn mehrere Entzündungen an den Nervenbahnen auftreten. In der Praxis kann es dazu kommen, dass ein Schub entsteht, wenn mehrere Nervenbahnen gleichzeitig entzündet sind.

Dieser Schub kann überraschend kommen, aber genau so schnell wieder abklingen. Oftmals ist es gar nicht so leicht zu erkennen, ob die Erkrankung dauerhaft vorangeschritten ist, oder ob es nur eine vorübergehende Entzündung darstellt. Nicht jede Kleinigkeit kann als Schub gedeutet werden, so dass es bei MS sehr schwierig ist, genaue Diagnosen zu stellen. Es ist möglich, dass die normale Funktion wiederhergestellt werden kann, nachdem es einen Schub gegeben hat.

Welche Untersuchungen erfolgen, um eine multiple Sklerose zu detektieren?

Die Untersuchungen, die von einem Arzt durchgeführt werden, um eine Multiple Sklerose zu detektieren, sind sehr unterschiedlich und vor allem aber auch sehr umfangreich. In der Praxis ist es erforderlich, dass mehrere Untersuchungen der Nerven erfolgen, um genau festzustellen, ob die Erkrankung ausgebrochen ist, oder es sich um andere Probleme handeln könnte.

Untersuchungen der Nerven durch einen Facharzt

  • Anamnese – Dokumentation der Auffälligkeiten
  • Untersuchungen der Leitfähigkeit und Geschwindigkeit der Nervenbahnen
  • MRT Untersuchung von Rückenmark und Gehirn
  • Untersuchung der Lumbalpunktion
  • Weitere Untersuchungen

Die durchzuführenden Untersuchungen, beginnen meist mit einem persönlichen Gespräch. Das bedeutet auch, dass die Krankengeschichte genau dokumentiert wird, bzw. entsprechend aufgezählt werden kann, welche Probleme im Alltag auftreten und welche Beschwerden aufgekommen sind.
Im Anschluss finden vor allem Untersuchungen statt, die die Nervenbahnen betreffen.

Das bedeutet konkret, dass zum Beispiel eine neurologische Untersuchung des Körpers vollzogen wird. Auch die Lumbalpunktion, bei welcher das Nervenwasser gewonnen wird, wird im Rahmen der Untersuchung durchleuchtet. Die Nerven selbst werden hinsichtlich der Leitfähigkeit und auch hinsichtlich der Geschwindigkeit untersucht. Das bedeutet, dass die evozierten Potentiale gemessen werden.

Letztendlich wird bei einem Verdacht auf Multiple Sklerose auch immer eine MRT Untersuchung, sprich eine Magnetresonanztomographie vollzogen. Diese hat vor allem den Schwerpunkt, das Rückenmark und das Gehirn zu untersuchen.

Bei der Aufstellung einer Diagnose wird in der Regel nach den offiziellen MC Donald Kriterien gearbeitet. Diese werden international eingesetzt, um eine Diagnose bei multipler Sklerose zu stellen.

Wie lange dauert es, bis die MS Diagnose gestellt wurde?

Grundsätzlich ist anzumerken, dass eine MS Diagnose nicht binnen weniger Minuten oder Stunden gestellt werden kann. Die Untersuchungen sind recht umfangreich und darüber hinaus ist es auch für den Arzt nicht leicht, eine entsprechende Diagnose zu stellen. Oftmals dauert es mehrere Monate, bis eindeutig gesagt werden kann, ob MS vorliegt, oder eben nicht.

Es ist wichtig, dass bestimmte Ereignisse und Vorkommnisse gut dokumentiert werden und natürlich auch genau darauf geachtet wird, wie die Diagnose aussehen kann. Oftmals handelt es sich auch nur um einen Verdacht auf MS, der sich erst einmal erhärten muss, was aber nicht immer der Fall ist.

  • Diagnose kann nicht kurzfristig gestellt werden
  • Oftmals vergehen Monate oder Jahre bis eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann

Diagnose Multiple Sklerose – wie verläuft die Erkrankung?

Der Verlauf der Erkrankung MS ist sehr unterschiedlich. Das bedeutet konkret, dass die Erkrankung sich in vielen Fällen recht langsam entwickelt und gar nicht so gut eingeschätzt werden kann.

Oftmals ist es möglich, dass die Entzündungen an den Nervenbahnen gerade zu Beginn der Erkrankung schnell abheilen, bzw. es dazu kommen kann, dass die Symptome wieder abklingen.

Die Erkrankung MS zieht sich meist über viele Jahre bis Jahrzehnte und es ist durchaus möglich, dass sie einen gutartigen Verlauf haben kann. Gerade in den ersten Jahren kommt es nur sehr selten dazu, dass die Menschen wirklich starke Einschränkungen erfahren werden. Je länger der Zeitraum ist, in dem die Erkrankung ohne gravierende Einschränkungen voranschreitet, desto größer ist auch die Chance, dass das Bild der Erkrankung langfristig stabil gehalten werden kann.

Was löst Multiple Sklerose in unserem Körper aus?

Die genaue Ursache der Erkrankung ist derzeit noch nicht bekannt. Das liegt daran, dass die Erkrankung in jedem Fall durch mehrere Faktoren begünstigt wird und man nicht eindeutig sagen kann, durch was sie ausgelöst wird. Das Immunsystem spielt im Körper eine eindeutige Rolle dabei, wenn es darum geht, eine der Ursachen von MS aufzudecken. Dabei ist anzumerken, dass Teile im Immunsystem hinsichtlich der Myelinschicht der Nervenbahnen nicht richtig arbeiten, wenn jemand MS hat.

Ob die Erkrankung vererbbar ist, kann auch nicht eindeutig gesagt werden. Das liegt daran, dass zwar beobachtet wird, dass eine gewisse Neigung zu einer Erkrankung vorhanden ist, wenn diese in der Familie bereits existiert, jedoch nicht von einer konkreten Vererbbarkeit gesprochen werden kann. In der Praxis sind es auch äußere Faktoren, die die Entwicklung der Erkrankung auslösen können.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei MS?

Die Behandlungsmöglichkeiten bei MS sehen derzeit sehr unterschiedlich aus. Es gibt aktuell keine Behandlungen, die die Erkrankung komplett heilen können. Es ist jedoch möglich, dass durch spezielle Therapien die Entzündungsreaktionen der Schübe gelindert werden können. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass die Symptome der Erkrankung gemildert werden können und der Zeitraum ohne Beschwerden verlängert werden kann und somit das gesamte Voranschreiten der MS verlangsamt werden kann.

Im Alltag werden viele Menschen durch die Berichterstattung, durch das Internet und z.B. durch Foren verunsichert. Die Erkrankung wird in der Regel extremer dargestellt, als sie mitunter verläuft. Ein Leben mit MS ist durchaus möglich – sogar Familien können problemlos gegründet werden.